Weltausstellungen im Wandel der Zeit

April 12, 2012 on 4:40 pm | In Historie | Kommentare deaktiviert

Weltausstellungen (oder Expos) entwickelten sich in der französischen Tradition nationaler technologieorientierter bzw. kunsthandwerklicher Ausstellungen und wurden bald ein Synonym für absolute technische und architektonische Innovationen. Als erste Weltausstellung wird im Allgemeinen die 1851 im Kristallpalast des Londoner Hyde Park veranstaltete “Große Ausstellung der industriellen Werke aller Völker? bezeichnet. Die Idee von Prinz Albert, Ehemann der Königin Victoria, beeinflusste die Entwicklung verschiedener gesellschaftlicher Bereiche einschließlich Kunst und Design, der internationalen Handelsbeziehungen und des Tourismus. Seitdem hat sich der Charakter der Weltausstellungen über drei Epochen hinweg entwickelt.

Das Zeitalter der Industrialisierung (1851-1938)

Der Eifelturm Das Highlight der Weltausstellung im Jahre 1889 in Paris - Foto: © Achim Thomae, fotolia.com

In dieser Ära waren die Weltausstellungen vor allem auf den Handel konzentriert und sind noch heute berühmt für die Darstellung technischer Erfindungen und Weiterentwicklungen. Denn gerade in dieser Zeit gab es eine Menge von technischen Neuerungen die wesentlich zum Fortschreiten der Industrieländer beitragen sollten. Dort trafen die besten Experten aus Wissenschaft, Technologie und Architektur der ganzen Welt zusammen und stellten ihre Neuerungen, die den Alltag der Menschheit, wie etwa eine TW Steel, nachhaltig prägen sollten, in extra für dieses Ereignis konzipierten, spektakulären Bauwerken vor. Wobei es schon bei der Planung und letztendlich auch bei der Durchführung immer spektakulärer und größer werden musste, als bei der Weltausstellung zuvor. So wurden auf der Messe 1855 in Paris erstmalig sowohl Zündhölzer aber auch bereits eine Espressomaschine vorgestellt und London präsentierte 1862 die Nähmaschine. Das Hauptgebäude der Centennial Exposition von 1876, in deren Mittelpunkt das Telefon stand, befindet sich noch heute im Fairmount Park von Philadelphia und beherbergt ein Museum für Kinder. Mehr über die Nordamerikanische Geschichte und Fairmount Park kann man hier erfahren. Das Royal Exhibition Building in Melbourne, welches für die Weltausstellung 1880 gebaut wurde, gehört inzwischen zum Weltnaturerbe und als nicht zu übersehendes Highlight der Weltausstellung von 1889 prägte der Eiffelturm Paris. Chicago hingegen setzte 1893 neben einem umfangreichen Gebäudekomplex vor allem auf praktische Dinge wie den Reißverschluss, die Geschirrspülmaschine oder den elektrischen Stuhl. Schon 1900 wurde mit dem Lohner-Porsche das erste elektrische Hybridauto präsentiert.

Die Weltausstellungen waren ein echter Erfolg, so dass 1928 die Konvention über internationale Ausstellungen abgeschlossen und das Bureau International des Expositions eingerichtet wurde, welches die Durchführung internationaler Messen koordiniert.

Die Zeit des kulturellen Austausches (1939-1987)

Geprägt von der Ausstellung in New York City von 1939/40 verlagerte sich der ursprüngliche Schwerpunkt der Ausstellungen hin zu einer – stärker an einem spezifischen Thema mit kultureller Bedeutung ausgerichteten – Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Menschheit. Technik und Erfindungen blieben zwar wichtig, waren jedoch nicht mehr die maßgeblichen Themen der Messe. Die Weltausstellung “Frieden durch Verständigung”, die 1964/65 ebenfalls in New York stattfand, war die einzige nicht genehmigte Weltausstellung der Geschichte. Viele Fahrgeschäfte, die damals speziell zu diesem Anlass von Walt Disney installiert wurden, befinden sich heute in Disneyland und sind noch in Betrieb. Mehr über Disneylanderfährt man zum Beispiel im Spiegel.

Die Ära der Nationalen Präsentationen (1988-heute)

Mit der Expo 1988 in Brisbane begannen die einzelnen Nationen, die Weltausstellungen mit individuellen Länderpavillions stärker als Werbeplattform zu nutzen. In der globalisierten Welt, in der ein positiv besetztes Bild einer Nation ein wichtiger Schlüsselfaktor für deren Erfolg ist, entwickelte sich die Expo als ?Aushängeschild”. Spanien beispielsweise nutzte die Expo 1992 gleichermaßen für die Bewerbung der Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona wie auch zur Präsentation als prominentes Mitglied der Europäischen Union.

Die heutigen Weltausstellungen verkörpern Elemente aus allen drei Epochen. Sie präsentieren neue Erfindungen und technische Innovationen wie die TW Steel, erleichtern den kulturellen Austausch und repräsentieren unterschiedliche Regionen der Welt. In diesem Jahr 2012 findet die Expo in Yeosu (Südkorea) unter dem Thema “The Living Ocean and Coast: Vielfalt der Ressourcen und nachhaltige Aktivitäten” statt.

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